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PDF versus HTML: Die Mythen entlarven

Es steht außer Frage, dass Dokumente und Webinhalte barrierefrei gemacht werden müssen, aber es wird viel darüber diskutiert, welche Formate angeboten werden sollen. Wann sollten Organisationen beispielsweise barrierefreies PDF bereitstellen und wann sollten sie sich auf HTML konzentrieren? Ein Grund für diese anhaltende Debatte ist, dass es mehrere Mythen darüber gibt, welches dieser beiden Formate „besser“ ist.

Mythos 1: HTML ist barrierefreier als PDF

Der Ursprung dieses Mythos liegt darin, dass eine PDF-Datei alles Mögliche sein kann, von einem perfekt getaggten, 100 % konformen Dokument bis hin zu einem gescannten Bild, das überhaupt keinen Text enthält. Viele Benutzer von Screenreadern haben schon die Frustration erlebt, eine PDF-Datei zu öffnen und dann von ihrer unterstützenden Technologie die Meldung zu erhalten, dass die Datei leer ist, weil der Screenreader das Bild nicht verarbeiten kann. Sogar ein textbasiertes Dokument sieht manchmal eher wie ein Scrabble-Spiel aus, wenn es über einen Screenreader wie JAWS oder NVDA aufgerufen wird. Dies hat in der Blinden-Community zu großer Skepsis geführt, ob PDF-Dokumente tatsächlich sowohl zugänglich als auch nutzbar sein können. Die Realität ist, dass HTML manchmal zugänglicher ist und manchmal das Gegenteil der Fall ist. Die Zugänglichkeit der Ausgabe hat viel mehr mit der Art und Weise zu tun, wie das Dokument entworfen und die Ausgabe generiert wurde.

Mythos 2: Die WCAG-Richtlinien gelten nicht für HTML

Es wird viel Wert darauf gelegt, dass PDF-Dateien WCAG-konform sind – und das zu Recht. Dennoch ist es in Wirklichkeit so, dass HTML in erster Linie Webinhalte sind und die Web Content Accessibility Guidelines tatsächlich auch für dieses Format gelten.

Mythos 3: Screenreader-Benutzer bevorzugen HTML

Oberflächlich betrachtet ist dies oft der Fall (siehe Mythos 1). Allerdings sollte die Endbenutzererfahrung deutlich positiver sein als in der Vergangenheit, da wirklich zugängliche PDF-Dateien immer leichter verfügbar werden.

Abgesehen von den oben diskutierten Mythen gibt es ein paar Punkte, die ich hervorheben möchte:

  • Die zum Navigieren in barrierefreien PDF- und HTML-Dateien verwendeten Bildschirmlesebefehle sind nahezu identisch, so dass für den Wechsel von einem Format zum anderen keine Lernkurve erforderlich ist.
  • Die Frage, welches Format für ein mobiles Gerät besser geeignet ist, ist nicht spezifisch auf die Barrierefreiheit beschränkt. Es handelt sich um ein umfassenderes Thema, das jeden betrifft, der über ein Smartphone oder Tablet auf Inhalte zugreift.

Bei der Entscheidung, ob Sie Ihre Inhalte als barrierefreies PDF oder HTML bereitstellen, spielen viele Faktoren eine Rolle. Wenn Sie die Mythen und Realitäten von barrierefreiem PDF im Vergleich zu HTML verstehen, kann dies letztendlich zu einem besseren Endbenutzererlebnis für alle Ihre Kunden führen, unabhängig davon, ob sie einen Bildschirmleser verwenden oder nicht.

Wenn Sie sich für dieses Thema und die jüngsten Änderungen der EU-Gesetzgebung zur Barrierefreiheit sowie für die Barrieren interessieren, mit denen blinde oder sehbehinderte Menschen beim Zugriff auf digitale Informationen und Dienste konfrontiert sind, laden wir Sie ein, sich die Aufzeichnungen unserer Webinarreihe anzusehen:

Dokumentzugänglichkeit verstehen: Was es ist und warum es für Ihr Unternehmen wichtig sein sollte

Ihre 6 Schritte zum Erfolg bei der Barrierefreiheit: So entwerfen und implementieren Sie einen erfolgreichen Plan zur Barrierefreiheit von Dokumenten

FAQs, Tipps und Techniken: Praktische Überlegungen, nützliche Tipps und neue Techniken zur Bereitstellung hochwertiger, zugänglicher Dokumente

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22. Juli 2020

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